ADS/ADHS

Wird auch AD(H)S geschrieben und steht für: Aufmerksamkeitsdefizit-Störung mit und ohne Hyperaktivität.

Es handelt sich hierbei um eine Hirnstoffwechselstörung. Eine angeborene und vererbbare Impulssteuerungs- und Reizfilterschwäche sorgt für ein  Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt des Gehirns.

AD(H)S ist keine Modeerscheinung

Bereits im 19. Jahrhundert ist das ADS-Syndrom, das früher u.a. minimale zerebrale Dysfunktion oder auch Hirnschaden hieß, von Wissenschaftlern beschrieben worden. Die Verhaltensweisen eines AD(H)S-Kindes kann durch die Erziehung günstig oder ungünstig für alle Beteiligten beeinflusst werden.

Der Weg zur Diagnosefindung ist kein leichter. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Hierzu muss ein Spezialist (Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie; Kinder- und Jugendpsychotherapeuten; Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) aufgesucht werden, welcher umfangreiche Testungen (Intelligenztest, Beobachtungsbögen aus dem Lebensumfeld, Ausschluss von anderen Krankheiten,…) durchführt, die mehrere Sitzungen umfassen. Keineswegs sollten Eltern eine "10 min. Behandlung" bei ihrem Kinderarzt als eine umfassende Diagnosestellung betrachten.

Es gibt auch Kinder die aus anderen Gründen Hyperaktivität und andere typische ADS-Symptome zeigen: Dies können Überforderung mit den unterschiedlichen Familienthemen, wie z.B. Tod, Trauer, Arbeitslosigkeit, Umzug, Patchworkfamilie, Trennung, Scheidung, neues Geschwisterchen und ähnliches sein. Hierzu zählen auch Entwicklungsverzögerungen oder Wahrnehmungsstörungen, Legasthenie, Dyskalkulie, Probleme mit dem Gehör oder dem Gesichtssinn oder psychomotorische Störungen.

Für eine korrekte Diagnose sollte in allen Fällen das Umfeld und die Familie in ihrer Lebensgeschichte betrachtet werden. Seit wann sind die Symptome zu beobachten und  in welchen Bereichen treten sie auf?  Dies sind einige Fragen, welche vom behandelten Arzt gestellt werden sollten.